Einarbeitung des Nachsuchenhundes mit dem Fährtenschuh
Von Sibylle Erbut
Nicht nur die sog. Schweißhundspezialisten, sondern auch die „normalen“ oder vielseitigen Jagdgebrauchshunde müssen oder sollen zur Schweißarbeit ausgebildet werden.
Ist es doch in der Praxis so, dass 90 % aller Nachsuchen zuerst von einem Nicht-Schweißpezialisten gemacht werden. Von diesen 90 % werden schon einmal 50 % gefunden, weitere 20 % werden abgebrochen oder aufgegeben („das Stück ist nicht zu kriegen“, „läuft mit der Rotte mit“, „hat einen Laufschuss, Krellschuss“ etc.), und erst bei den weiteren übrigen 20 % wird zusätzlich ein Schweißhund angefordert.
An diesen Zahlen sieht man ganz deutlich, wie viel Bedeutung den Jagdgebrauchshunden für die Nachsuche zukommt – und darum ist der wichtigste Schluss, der hieraus zu ziehen ist:
wie bilden wir optimal für die Nachsuche aus?
Ich bin davon überzeugt, dass die beste Ausbildung des Hundes zur Nachsuche mit dem Fährtenschuh geschehen sollte. Meines Erachtens ist nur diese Fährtenarbeit praxisnah.
Die Verbandsschweißprüfungen (und auch die Brauchbarkeit Schweiß) sind nämlich ein Themenbereich, der nach meiner Auffassung von einigen Verbänden oder Vereinen viel zu praxisfern behandelt wird. Das fällt nun – außer uns - auch schon einigen anderen Hundeleuten auf, z.B. hat es nach der Elm-Schweißprüfung im letzten Jahr eine Resolution der Teilnehmer gegeben, die u.a. erwähnte, die meisten Absolventen dieser Prüfungen würden niemals auch nur eine einzige tatsächliche Schweißfährte in ihrem Leben arbeiten, und man müsse doch vorsichtig sein, dass derartige Prüfungen nur als Hundesport oder für die „gut aussehenden Papiere“ abgelegt würden.
Das, was hierin wichtig ist, ist die Erkenntnis der mangelnden Praxisnähe zu einer tatsächlichen Nachsuche. Diese Erkenntnis ist Gold wert – kann sie doch den Weg frei machen zu Ausbildungsalternativen!
Jetzt frage ich als erstes: was befindet sich eigentlich an einem Anschuss? Nur die Fährte!
Es gibt drei Möglichkeiten:
- das Stück Wild ist richtig getroffen, dann fällt es um, und liegt mehr oder weniger im Umkreis des Anschusses
- es ist schlecht getroffen, dann läuft es davon oder
- es ist gar nicht getroffen, dann läuft es auch davon.
In beiden Fällen des „Davonlaufens“ hinterlässt es eine Fährte, denn – „unser Schalenwild kann ja nicht fliegen“. Und das ist der springende Punkt: wir finden an einem Anschuss zuallererst Bodenverwundungen, Eingriffe, Trittsiegel, d.h. Abdrücke der Wildschalen.
Was kann sich weiter am Ausschuss auf dem Boden finden, wenn ein Stück getroffen ist? Z.B. gibt es Schweiss, Schnitthaar, evtl. Knochensplitter, wenn es sehr schlecht aussieht: Röhrenknochen, Gebrechteile, Zähne – ansonsten vielleicht Wildpret oder Feist. Diese aufgezählten Pirschzeichen sind aber nicht immer da – oftmals gibt es eben nur die beschriebene Bodenverwundung, die das verletzte Wild immer - und sehr oft einzig und allein! – verursacht. Sehr oft gibt es auch zu Beginn der Fährte gar keinen Schweiß, sondern das Stück fängt erst nach mehreren 100 Metern an zu schweißen, wenn sich die Schockstarre aufgelöst hat, und wenn sich z.B. der Einschuss zuerst verschlossen hat, z.B. durch Feist, Decke oder Schwarte, die sich beim Laufen davor geschoben hat, und wenn es keinen Ausschuss gibt. Ebenso oft gibt es zu Anfang der Fährte viel Schweiß, der dann sehr schnell völlig aufhört.
Was es aber immer gibt, das ist die Bodenverwundung! Was liegt also näher, als den Hund darauf einzuarbeiten, verschiedene Fährten zu erkennen?
Er soll auf die Fährte geprägt werden. Er lernt, dass jede Fährte anders riecht. Das hängt von vielen Faktoren ab: von der Individualwitterung des Wildes, von der Wundwitterung, von den Schalen des Wildes, d.h. von den dadurch zerdrückten Bodenteilen (also der Zersetzung von Bakterien, die nach einer bestimmten Zeit eine „Geruchsglocke“ herstellen), vom Gewicht des Wildes. Alle diese Dinge merkt der Hund sich und arbeitet sie bis zum gefundenen Stück – so einfach ist das! Bei dieser Gelegenheit:
Warum soll eigentlich erst frühestens nach ca. 4 -5 Stunden mit der Nachsuche begonnen werden?
Das hängt hauptsächlich mit der eben schon erwähnten Individualwitterung des Wildes zusammen, die noch ungefähr 4 Stunden steht. Wenn Hunde in dieser Zeit schon beginnen zu arbeiten, geschieht dies meist mit hoher Nase. Das ist der hauptsächliche Effekt bei den Gebrauchshunden, wenn sie kurz nach dem Schuss auf das Wild - meistens noch in der Nacht - angesetzt werden. Gerade die Vorstehhunde sind dann natürlich in höchster Erwartung und aufgeregt, bei der hervorragenden frischen Witterung, das ist doch klar! Wenn der Hund dann noch vom Riemen gelassen wird, weil er ja eigentlich gleich finden müsste – dann haben wir gerade den gravierendsten Fehler gemacht, den man vor einer Nachsuche machen kann: wenn das Stück tot ist und der Hund ein Totverbeller, dann ist alles gut. Wenn das Stück aber krank im Wundbett sitzt und jetzt hochgemacht wird, dann läuft es in ganz vielen Fällen meilenweit, und macht jede Nachsuche am nächsten Tag unnötig schwer. Ganz abgesehen davon, dass es hochgefährlich ist, einen Hund nachts zu schnallen.
Wie macht man es also besser? Man geht erst einmal nach Hause, wenn man selbst nichts findet, und geht am nächsten Morgen mit seinem Hund am Riemen nachsehen. Dann ist genügend Zeit vergangen, dass der Hund sich mit tiefer Nase in der Fährte festsaugen kann, denn jetzt – erst nach mehreren Stunden - ist genau die Duftglocke über den Trittsiegeln durch die zusammengedrückten Bodenteilchen entstanden, die der Hund arbeiten kann. Sie hat den Vorteil, für lange Stunden erhalten zu bleiben, einige Hunde sind in der Lage, noch nach 48 Stunden suchen zu können – allerdings ist das Wetter hierbei auch sehr entscheidend – aber das ist ein anderes Thema!
Soweit also die Theorie, jetzt kommen wir zur Praxis:
Dazu wollen wir uns zuerst einmal gemeinsam ansehen, wie ein Jagdgebrauchshund an die Schweißfährte gebracht wird: Das geht doch so:
Der Fährtenleger nimmt sich einen Topf mit Schweiß (meistens Rinderblut zu Übungszwecken, manchmal auch Wildschweiß, in einer Spritzflasche oder in einem Gefäß für den Tupfstock) und geht los. Bei jedem Schritt spitzt oder tupft er etwas Schweiß oder Blut auf den Boden. Je nach Übung legt er dann noch irgendwelche Verweiserstücke in die Fährte, und am Ende wird etwas niedergelegt, getrocknete Decke/Schwarte oder ähnliches. Dann geht er nach Hause. Nach einigen Stunden oder am nächsten Tag kommt er mit seinem Hund und lässt diesen die Fährte ausarbeiten.
Der Hund macht das auch, jedenfalls nach einigen Versuchen, wenn er gelernt hat, dass er sich vorwärts von Blutstropfen zu Blutstropfen schnüffeln soll! Nur: was hat das mit einer Schweißarbeit in der Praxis zu tun?! Leider muss man feststellen: eigentlich gar nichts!
Aber was sind denn nun die Nachteile oder Fehler hierbei:
1. Rinderblut: wenn damit mehrfach gearbeitet wird, wird der Hund daran gewöhnt – das ist für mich völlig jagdfremd – es sei denn, er müsste eine seltene Rinderrasse nachsuchen, die versehentlich statt Wildsau erlegt wurde, oder Sie möchten in Amerika einen Bison erlegen – dann nehmen Sie unbedingt den Hund mit, der Rinderblut gut kennt.
2. Schalenabdrücke: das Wichtigste, was der Hund in einer Wild-Fährte findet, sind Schalenabdrücke. Die sind aber in dieser Fährte (getupft oder gespritzt) nicht vorhanden! Der Hund wird also nicht an Wildfährten gewöhnt. Er lernt keine Schalenabdrücke kennen.
(Dafür lernt er die Stiefelabdrücke seines Menschen kennen – immerhin! - , das ist allerdings Polizeihundearbeit).
3. Falls Verweiserstücke in die Fährte gelegt werden (manche Leute arbeiten gerne mit Leckerlies o.ä., die der Hund dann in der Fährte auffrisst) und am Ende der Fährte z.B. eine Decke ausgelegt wird, haben all diese Stücke geruchlich nichts, (aber auch gar nichts!) mit der Fährte zu tun – und das ist der gröbste Fehler! Der Hund kann keinen Zusammenhang erkennen!
Ich habe selbst einmal auf einer Schweißprüfung erlebt, dass Schweiß vom Rotwild für die Fährte verwendet wurde und eine Rehdecke am Ende lag, solche eklatanten Fehler sollten keinem Ausrichter unterlaufen, sie sind aber Gang und Gäbe!).
Noch einmal zu den Verweiserstücken: Es hilft uns nichts, wenn wir hinten am Schweißriemen hängen und der Hund vorne die Verweiserstücke auffrisst, ohne dass wir diese in Augenschein nehmen können, und sich unsere anfängl. Analyse betreffs Schusslage festigen würde! Das würde ich falsche Konditionierung nennen.
4. Der gespritzte oder getupfte Schweiß entspricht fast nie der Praxis:
Die Tropfen sind zu gleichmäßig in der gesamten Länge der Fährte und die Tupfen werden weniger und nach Eintunken des Stocks plötzlich wieder ganz viel mehr – das kommt niemals in der Praxis vor. Die Verbandsfährtenschuhprüfung ist da schon viel weiter in ihren Aussagen.
5. Verweisen: der Hund soll Schweiß verweisen, d.h. anzeigen. Wie soll er das denn eigentlich bei 1000 Tropfen Schweiß in einer 1000 Schritt langen Fährte machen? Da käme er ja nie voran vor lauter „Zeigen“!
Und damit wollen wir uns der besseren, weil praxisnäheren, Ausbildung des Nachsuchenhundes zuwenden:
In mindestens 2/3 aller Fährten, zu denen ich mit meinem HS gerufen werde, haben vorher andere Hunde gesucht und sie sind nur deshalb nicht weitergekommen, weil sich entweder kein Schweiß am Anschuss befand und sie deshalb den Abgang nicht fanden, oder der Schweiß hörte nach einiger Zeit in der Fährte auf und sie kamen an dieser Stelle nicht weiter, z.B. weil der Führer nicht ausreichend über Fährten geschult war.
Darum ist es so wichtig, dass der Hund lernt, auch ohne Schweiß auszukommen und trotzdem zu arbeiten. Schweiß - oder auch das vorher genannte Rinderblut - hat einen intensiven Geruch. Dass der Hund auf einer „Schweißautobahn“ vom Anschuss an zum Stück kommt – das ist verständlich, dass sehen wir ja fast schon als Mensch mit bloßem Auge – aber nur aufgrund der Bodenverwundung ohne weitere Pirschzeichen anzukommen, das ist die Perfektion der Schweißarbeit und praxisnahe Ausbildung!
Und damit sind wir jetzt bei der praktischen Arbeit mit dem Fährtenschuh:
Hier steht also an oberster Stelle, den Hund daran zu gewöhnen, die Schalenabdrücke zu suchen, die zu einem einzigen bestimmten Stück gehören, nämlich zu dem, das verletzt ist und das wir suchen. Dass er das lernt, ist deshalb so wichtig, damit er u.a. in einer Rotte auf einem Wechsel mit vielen Fährten das verletzte Stück erkennt oder auch, dass er z.B. durch eine Suhle hindurcharbeiten kann.
In diesem Zusammenhang möchte ich von einem sehr eingängigen Versuch berichten:
Ein Fährtenleger hat eine Fährte mit dem Fährtenschuh gelegt. Er verursacht mit seinen 75 Kg Körpergewicht und einem 20 Kg schweren Rucksack einen ganz bestimmten und immer gleichen Eindruck der Schalen. Nach der Hälfte der Strecke wird der Rucksack abgelegt und die Fährte zuende gegangen. Der angesetzte Hund hat die Fährte sauber bis zum Ablegen des Rucksacks gearbeitet – und danach nicht weitergearbeitet. Für den Hund war dies ein anderes Stück, da die Stärke der Bodenverwundung (Tiefe der Eindrücke) anders war.
Vor der Arbeit werden in ein paar Fährtenschuhe zwei von einem Stück Wild zusammenpassende Läufe in jeweils einen Schuh eingeklemmt (und zwar so, dass sie beim Laufen so, wie das Wild sie eindrückt, auch vom Fährtenleger eingedrückt werden, also nicht nur wie in den Boden eingestochen).
Wichtig beim Fährtenschuh ist, dass möglichst keine „Nebenfährte“ entsteht: der Fährtenschuh muss unten geschlossen sein. Nachteil vieler „selbstgebastelten“ Schuhe z.B. aus einem Paar alter Gummistiefel: der zusätzliche Abdruck des Stiefels. Guter Schuh: der neu entwickelte Fährtenschuh unseres Mitglieds Wildmeister Hans-Joachim Borngräber, s. folgender Bericht.
Einer der größten Vorteile ist, dass der Hund bei der Einarbeitung mit dem Fährtenschuh verschiedene Wildschalen kennenlernen kann, je nachdem, was man ihm anbietet. Man kann hauptsächlich die Wildart verwenden, die er zukünftig arbeiten muss. Das sollte man vor allem zu Beginn der Einarbeitung wissen: auf das erste Wild, mit dem der Hund Kontakt hat, wird er geprägt! Das muss in jedem Fall Schwarzwild sein, alle Nachsuchenaufgaben müssen mit dieser Wildart eingeübt werden, dann arbeitet der Hund später auch alle anderen Wildarten ohne Probleme.
2. Wenn Schweiß verwendet werden soll, muss der Schweiß von der gleichen Wildart sein wie die verwendeten Schalen, und am Ziel, am gefundenen Stück muss die Schwarte oder Decke von eben dieser Wildart liegen! Es muss alles zusammenpassen, nur dann begreift der Hund die Zusammenhänge!
Schweiß muss immer sehr sparsam verwendet werden: in der FährtenschuhprüfO ist max.
0,1 l Schweiß auf 1000m vorgeschrieben.
3. Wer keinen Schweiß verwendet, hat den Vorteil, dass er nur Schalen braucht, und wenn er beim Zerlegen des letzten Stückes nicht genug verwertet hat, und keine Schwarte hat, dann kann er auch einen Lauf aus dem Fährtenschuh am Ende platzieren – das passt dann aber wenigstens zusammen!.
4. Die Fährte, die mit dem Fährtenschuh getreten wird, kann nun noch beliebig „verstärkt“ werden, wenn man möchte: es kann etwas mehr Schweiß verwendet werden (z.B. beim richtigen „Anschuss“/Fährte). Dann kommen natürlich die Verweiserstücke dazu, aber nicht mehr als 2 auf 400 m. Bei späteren Fährten sollten aber diese ganzen Verstärkungen auch bald
wieder abgebaut werden, so dass auch weite Strecken der Fährte keine weiteren Pirschzeichen enthalten, sondern nur aus den Bodenverwundungen bestehen.
Es hängt entscheidend von dem Interesse des Hundes an der Fährtenarbeit ab, wie man ihn einarbeitet – und ebenso entscheidend ist, dass der Führer die Fährtenarbeit versteht. Wenn man einen reinen Schweißhund hat, der nichts anderes machen soll oder muss, dann ist es noch am einfachsten: in diesem Fall sollte die Arbeit mit dem Fährtenschuh von Anfang an fast ohne Schweiß durchgeführt werden. So sollte man natürlich mit allen Nachsuchenhunden arbeiten.
Aber bei einem Gebrauchshund, der ja noch viele weitere Aufgaben im Revier hat, sollte man das genau prüfen. Dem noch jungen und unerfahrenen Hund sollte man die ersten Arbeiten besonders interessant machen, im Laufe der Übungen kann man es schwerer machen – bis zur alleinigen Fährte ohne weitere Pirschzeichen.
Schweiß bei der Nachsuche ist unendlich aussagekräftig – auch ein extra Thema. An dieser Stelle nur so viel: Schweiß verändert sich im Laufe der Stehzeit: Bei extremer Witterung (gr. Hitze) kann schon nach ½ Stunde der Schweiß nicht mehr aufgenommen werden – die Bodenverwundung jedoch immer noch!
Ein einziger Schweißtropfen im Verlauf der Fährte ist das Königreich, er hilft ganz entscheidend dem Führer, der eine Bestätigung hat, dass der Hund recht hat, also auf der richtigen Fährte ist. und recht hatHund Es ist sonst manchmal sehr schwer, auf langen Strecken ohne Bestätigung einzuschätzen, ob der Hund noch richtig ist. Der Hund braucht keinen Schweiß, wir brauchen ihn aber, das steht fest. Die Wundwitterung entsteht übrigens durch die Stresshormone des Wildes, wenn es krank wird. Sie wird deshalb auch im Verlauf der Fährte intensiver, weil man sich dem Stück nähert (liegt auch am Wetter). Starkregen kann den Schweiß völlig wegwaschen. Wenn Schweißhundführer berichten, der Hund habe hervorragend bei starkem Regen gearbeitet, beweist auch das, dass der Hund die Bodenverwundung gearbeitet hat. (Rein akademisch steht die Fährte dann auch voll Wasser – darüber könnte man vielleicht mal eine Doktorarbeit schreiben!)
Nun aber noch ganz kurz etwas mehr zur Einarbeitung des Nachsuchenhundes:
- Übungsfährten langsam steigern: Länge, Verlauf (Haken, Bogen), Verleitungen, Stehzeiten, Bodenarten, Wasser (Bachläufe), Widergänge, Suhlen, Wege überqueren, Einstände verlassen, Dickungen annehmen, Verhalten an Waldrändern – das alles ist aufwändig, vor allem für den Hundeführer, aber verzichten Sie nicht darauf!
- Niemals eine Schweißarbeitsübung unter Druck und Stress machen!!
- Verhalten des Hundes kennenlernen: wie verhält er sich auf der Fährte (Körperhaltung), wie auf einer Verleitung?
- Korrigiert der Hund sich selbst? Falls er das nicht tut, muss der Führer das machen, aber niemals mit einem Ruck an der Halsung, das ist der größte Unterschied bei der übrigen Führung des Gebrauchshundes. Übrigens hängt das damit zusammen, dass der Hund nicht erinnern soll, dass er korrigiert wird, wenn der Schweissriemen einmal hängenbleibt und einen Ruck verursacht. Der Hund wird beim Korrigieren ruhig zur Fährte zurückgenommen und mit neuem Kommando „zur Fährte“ wieder angesetzt. Wenn er es jetzt richtig macht, wird er gelobt.
- Der Hund soll Sitz, Platz und Warten oder Stehen in der Fährte lernen, damit man sich ausruhen kann, zwischendurch Wasser geben kann usw. Er muss lernen, dass dies nur eine Unterbrechung in der Arbeit ist, kein Abbruch.
- Beim Abbruch muss der Hund richtig abgetragen werden, indem man ihn entweder ganz hochnimmt (leichte Hunde), schwere Hunde werden an der Brust angehoben und zur Seite weggedreht (mit dem Hund üben!).
- Gut ist, den Hund von Anfang an an ein Ritual gewöhnen: Ihn vor der Untersuchung des Anschusses so ablegen, dass er den Führer beobachten kann – dabei wird jeder
- Hund schon aufmerksam. Bei den Übungsfährten kurz mit der Hand Witterung vom Anschuss aufnehmen, der Hund wird beim Zurückkommen des Führers mit höchstem Interesse die Hand bewinden. Dann in aller Ruhe den Hund abholen, es soll grundsätzlich Ruhe herrschen. Den Hund zum Vorsuchen schicken mit Kommando „Such vorhin und zeige mir“ o.ä. Ich zeige dem Hund den Schalenabdruck, dieser nimmt ihn auf (ihm dabei viel Zeit lassen!), und nur durch diese Witterung kann er die richtige Fährte arbeiten.
- Solange der Hund richtig arbeitet, sollte man mit ihm Kontakt durch die Stimme halten: „Brav“ etc.
- Und zum Schluss: bei jedem gestreckten Stück Wild Läufe, Knochen, Lunge, Schwarten/Deckenstreifen und natürlich Schweiss aufheben und einfrieren, und vor allem: so kennzeichnen, dass man anschließend auch noch weiß, was zu einem bestimmten Stück gehört! Schalen vor dem Einfrieren wässern, sonst trocknen sie zu stark aus.
Grundsatz: Ohne Grundausbildung des Führers wird er nicht in der Lage sein, einen Hund in diesem so vielfältigen Gebiet „Schweißarbeit“ praxisnah ausbilden zu können. Das Resultat einer abgebrochenen Arbeit in der Praxis ist, dass Wild sich quält und verludert. Dies darf niemals auf die leichte Schulter genommen werden.
Mit jedem Gebrauchshund kann eine gute Arbeit geleistet werden. Das Ziel aller Jagdgebrauchshundevereine muss sein, eine gemeinsame Linie in der Ausbildung zu finden – zum Wohl des Wildes und des Tierschutzes!
Nun wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Einarbeitung Ihrer Hunde. Zur Beratung oder Unterstützung stehe ich gerne zur Verfügung.
Folgende Literatur habe ich zu diesem Bericht herangezogen, teilweise daraus zitiert, ich empfehle sie weiter:
Borngräber: Die Schweißarbeit
Richter: Schweißarbeit
Fischer: Wie man einen Schweißhund macht
