Falsche Freunde
Von Dieter Erbut, Ref. für Schiesswesen im VJN
Die Freunde der Bevölkerung, die in der Politik und im Geschäftswesen zuhause sind, sind oftmals „falsche Freunde“ für Jäger und Schützen. Die Politik tut das angeblich Beste für das Volk und uns Jägern und Schützen gaukelt man vor, das vermeintlich Beste für uns zu tun. „Die Sicherheit muss gewährleistet sein“ – dabei ist diese in Bezug auf Waffen schon seit Jahrzehnten hergestellt: durch Registrierung der legalen Waffen, durch Aufbewahrungsvorschriften für legale Waffen, durch Begrenzung der Anzahl von legalen Waffen (z.B. bei Kurzwaffen), durch Zuverlässigkeitsüberprüfung der Jäger und Schützen, durch Entzug der waffenrechtlichen Erlaubnis bei Verstößen (z.B. auch bei Verkehrsverstößen). Der Staat weiß genau, dass er dies mit uns leicht machen kann, weil wir gesetzestreu und in Traditionen verwurzelte Menschen sind (Jagd- und Schützenwesen sind uralt und werden seit Jahrhunderten gepflegt!)
Hersteller von Produkten für Jäger und Schützen sind offenbar mit Waffengegnern verbrüdert. Über diese wird dann Druck auf die Regierung ausgeübt, damit wir ihre Produkte kaufen müssen – das sind unsere gutmeinenden „Freunde“! Erfüllungsgehilfen sind die Vertreiber, die uns dann tagtäglich Kataloge ins Haus schicken, in denen die Dinge für teures Geld angeboten werden, die wir vorher nicht brauchten.
Betrachten wir hier einmal die „sichere Verwahrung von Waffen“. Gut gesicherte Waffenschränke waren das erste, was uns angedient wurde – das war noch einzusehen. Das nächste sind die Laufsicherungen und die Blockiersysteme, die wahrlich keinen Sinn mehr machen, wenn die Waffe schon im sicheren Schrank lagert.
Danach kommen die „biometrischen Sicherungssysteme“. Hier sieht die Sache schon ganz anders aus: Diese Forderung ist gegen Jäger und Schützen gerichtet, sie kommt nur dem Politiker zugute, der dem Volk eine vermeintliche Sicherheit vorgaukeln will, indem vom „Waffenträger“ weitergehende Investitionen gefordert werden. Er soll zu einer Maßnahme gezwungen werden – obwohl er weiß, dass diese Maßnahme nicht nur unsinnig in der Praxis, sondern sogar lebensgefährlich ist:
Die schlammverkrustete Hand des Jägers, der im Revier gefallen ist oder bei der Nachsuche im Dreck gelegen hat, kann nicht mehr entsichern, wenn er die Waffe anfasst, also kann er nicht mehr schießen – und muss sich vom angreifenden Keiler aufschlitzen lassen! Was für ein Irrsinn!
Politiker gehören immer mehr zu unseren falschen Freunden: sie erzählen ihrem Wahlvolk z.B., der Jäger darf jetzt nur noch drei Waffen haben, damit erhöhen wir die Sicherheit ungemein! Der Jäger kann immer nur mit einer Waffe zurzeit schießen – was soll dieser Unsinn? An den Waffen können sich Politiker wunderbar „abarbeiten“: In Stuttgart hat man ersonnen, doch den Jägern und Schützen eine Waffensteuer aufzuerlegen, damit würde man sicher erreichen, die Waffen im Volk zu reduzieren. Welche legale Waffe muss denn „reduziert“ werden, sie ist doch registriert?! Nur die illegalen Waffen sind es nicht – davon wird aber nicht geredet, weil der Politiker genau weiß, dass er hier auf verlorenem Posten steht. Dem Volk aber wird suggeriert: „Wir tun etwas für euch, liebe Freunde!“
Antiwaffen-Lobbyisten, hervorgegangen aus dem Aktionsbündnis von Winnenden, klagen gegen das Waffengesetz und haben eine Unterschriftensammlung dafür eingereicht. Politiker, die dieses Ansinnen unterstützen, sind zutiefst unmoralisch: sie schlachten einen Amoklauf aus für ihre gewünschten Ziele und scheuen sich nicht, Getötete dafür einzusetzen! Das ist verwerflich, aber auch unsinnig: als wenn man sagen würde, dass nur durch die Erfindung des Feuers Hexenverbrennungen ermöglicht wurden! Amokläufe werden nicht begangen, weil es Pistolen und Revolver gibt, sie finden in jedem Fall statt, egal mit welcher „Waffe“, das kann auch ein Auto oder eine Axt sein. Wollen wir beim nächsten Fall Autos und Äxte verbieten? Amokläufe werden von Kranken begangen, wenn ein Messer verwendet wird, wollen wir dann alle Messer verbieten? Ein großer Teil davon ist ja schon im Waffengesetz verboten…
Das Ärgernis ist, dass gerade die Gesetzestreuen, in diesem Fall Jäger und Schützen, bestraft werden. Und warum ist das so? Weil Verbrecher mit illegalen Waffen nicht zu fassen sind – das weiß die Politik genau! -, und wir uns am wenigsten wehren! Auch unsere Interessenvertreter schützen uns nicht. Bei uns setzt die Politik an, weil wir als Jäger und Schützen Waffen haben – dabei sind unsere Waffen unser Werkzeug – beim Jäger zur Jagdausübung, beim Schützen als Sportwerkzeug, mit dem Medaillen errungen werden -, so wie der Zimmermann Hammer und Axt sein Werkzeug nennt, der Schlachter seine Messer usw., die Liste der tödlichen Werkzeuge kann beliebig fortgesetzt werden – i.ü. ist das Auto das tödlichste Werkzeug überhaupt: wir haben tausende Tote jedes Jahr, über die nicht geredet wird. Wir müssen den Waffengegnern begegnen – das ist im Verhältnis zu Jägern und Schützen eine kleine Gruppe, die aber durch lautes Schreien viel Gehör findet, dabei sind wir Jäger und Schützen wesentlich mehr, als manche Partei Mitglieder hat!
Wir müssen aufmerksam sein in dieser Zeit, denn wir sind umgeben von vielen Leuten mit gutgemeinten Ratschlägen – immer öfter „falsche Fuffziger“.
