Die Kuh ist vom Eis –

sie wird aber von der anderen Seite sofort wieder darauf getrieben!

Nun hat die DEVA endlich ihren Prüfbericht abgeliefert, wir sprachen darüber mit Herrn Roggenberger. Schon stürzen sich alle Verbände, sowohl von der Bleifrei- als auch von der Bleilobby, Seeadlerschützer, NaBu u.a. darauf: keiner will nachgeben und alle schlachten das Gutachten für sich aus. Dabei ist im Grunde alles beim Alten und es gilt nach wie vor: für den Schuss ist immer der Schütze selbst verantwortlich!

Da alle Fachzeitungen ausführlich berichtet haben, möchte ich nur das Wichtigste für uns herausziehen: der Unterschied zwischen bleihaltigen und bleifreien Geschossen ist immer die Masse (Geschossgewicht), d.h. bleifreie sind immer leichter. Und was sagt uns das? Gestrecktere Flugbahn und weite Gefährdung im Hinterland!

1500 Geschosse wurden untersucht, festgestellt hat man, dass das Abprallverhalten und Querschläger kaum messbar (also nicht signifikant) voneinander abweichen. Das bringt natürlich sofort die „Naturschützer“ auf den Plan, die umgehend messerscharf fordern: sofort alle bleihaltige Munition vom Markt nehmen! Nun stellt sich die Frage: will man diese aber überhaupt verbieten? Bei manchem bleihaltigen Geschoss (in größeren Kalibern) ist doch eindeutig die tierschutzgerechte Wirkung besser, u.a. wegen der höheren Auftreffenergie und der besseren Zerlegbarkeit. (Ich selbst schieße allerdings auch das Barnes TSX Deformationsgeschoss- bleifrei - im Kal. 375 H+H und bin begeistert von der Präzision und Wirkung.)
Zudem möchte ich darauf hinweisen, dass bleihaltige Geschosse, die nur einen kleinen Bleikanal enthalten, sich fast identisch wie bleifreie Geschosse verhalten. Also: dicker Mantel – fast gleiches Verhalten wie bleifrei.

Gerade hatte ich eine telefonische Anfrage: was heißt eigentlich bleifrei?: dies ist ein Geschoss aus Messing oder Kupfer – oder beides, es könnte zudem eine Plastikspitze oder Hohlspitze haben (Besserwissende: nicht grinsen, es gibt keine dummen Fragen!). Bleifreie Geschosse behalten wesentlich mehr Masse beim Durchschlagen eines Zielwiderstandes, auf hartem Boden u.ä., daher bergen sie doch ein kleines Risiko in sich, mehr Masse heißt nämlich mehr Energie und mehr Schaden. Das sollte man unbedingt beim Fangschuss beachten!

Zusammenfassend für uns Jagdaufseher:

Nach wie vor gibt es kein Verbot für bleihaltige Munition (die Kuh schlingert also noch auf dem Eis), nach wie vor muss sich der Jäger aus der Vielzahl der angebotenen Geschosse nach Gewissen, Geschmack, Präzision, Brauchbarkeit und Einsatzgebiet sein Geschoss selber aussuchen, sich beraten lassen und es selber beurteilen.

Abschließend bleibt festzustellen, dass in der näheren Umgebung des Auftreffpunktes eines Geschosses die Gefährdung durch beide Geschossarten gleich ist.

Fazit: achtet darauf, wo ihr hinschießt!