„Idealismus gepaart mit Dummheit erzeugt Fanatismus“

Von Dieter Erbut

Man ist fast immer perplex und völlig fassungslos, wenn einem unsachliche Argumente von einem Nichtjäger an den Kopf geworfen werden, z.B. „Mörder“, „Rehkiller“, „Totschläger“ und schlimmeres. Da man dann meistens völlig geschockt ist, dass jemand so unsachlich reden kann, wäre es nach meinem Dafürhalten wichtig, sich mit solchen Momenten schon vorher auseinanderzusetzen, seine Munition schon mal zurechtzulegen – d.h. im Gehirn, was man diesem Menschen antworten soll. Man muss sich damit beschäftigen, wie man eigentlich auf so einen verbalen Angriff reagieren soll. Denn meistens sind es ja die Jagdaufseher oder Revierinhaber, die es trifft, weil eben diese ausführend im Revier tätig sind. Aber man wird auch manchmal plötzlich in Gesellschaft so angesprochen, das sind oftmals durchaus „intelligente“ Menschen (da kommt dann auch oft hinterher: naja, ich habe ja nichts gegen die Jagd, aber….), aber die Emotionen kommen immer sofort hoch.

Nun also mal ein paar Dinge, die man sagen könnte. Wir sollten das schon vorher im Kopf sortiert haben, damit man sofort schlagfertig antworten kann, und zwar nicht mit einem Gegenangriff, sondern fragend:

„Weißt Du überhaupt, dass es Tiertransporte gibt, weißt Du, wie viel großes Leid über diese Tiere gebracht wird, die da verfrachtet werden, oder die auf dem Transport elendiglich sterben? Weißt Du, dass die Hähnchen, die du isst, eingesogen werden durch große Maschinen, dass diese nie das Tageslicht sehen, dass diese nach Wochen des unsäglichen Leids geschlachtet werden, während die Jäger mit einem Schuss – von dem das Wild nichts weiß – es sofort erlösen? (Erlösen ist ein schlechtes Wort bei einem sensiblen Menschen: „es ist auf der Stelle tot“ ist besser.) Weißt Du überhaupt, dass Pferde transportiert werden, für Pferdefleisch zum Verzehr „für Kenner“, dass diese einen Draht eingeführt bekommen, damit sie stillstehen, während der Schlachter sein Bolzenschussgerät ansetzen kann? Weißt Du, dass Tiere, die zum Abhäuten hängen, oftmals nicht tot sind? Dass der Stromschlag, den sie vorher bekommen haben, nicht tödlich war, dass sie lebend abgestochen werden, nicht zu vergessen, welche Qual vorher zugefügt wurde, um sie aus dem Stall auf den Todesanhänger zu prügeln? Das ist Dir also alles angenehm – aber was der Jäger macht, ist ein Verbrechen??

Ich könnte noch viel mehr erzählen, aber das reicht jetzt wohl erst einmal, damit Du mich auch verstehst. Unternimm etwas gegen die oben beschriebenen Vorgänge, bevor Du auf Jäger schimpfst! An Tiertransporten fährt man auf der Autobahn schnell vorbei, gegen die Lobby wird nichts unternommen, weil man nicht dagegen ankommt. Jeder will seine Leberwurst essen, danach, was vor der Fabrikation passiert, wird nicht gefragt. Was hast Du denn überhaupt an? Stiefel aus Leder, das einem Tier abgezogen wurde. Dazu musst Du Dich dann auch bekennen und in Sack und Asche gehen und nur Getreide essen.

Du sitzt vielleicht zuhause auf Deinem Ledersofa, trägst einen Ledergürtel oder hast noch andere Dinge im Haus, für die ein Tier leiden musste. Wenn wir keine Jäger hätten, dann würde vieles gar keinen Bestand haben, die Menschheit hat früher nur von der Jagd gelebt, nur jetzt will es keiner mehr wahrhaben. Jetzt kommen die Hähnchen in der Plastiktüte in der Gefriertruhe auf die Welt. Ganz Schlaue sagen dann natürlich, wieso, ich esse nur Fisch. Auch der Fisch wird gefangen von großen Flotten und verreckt elend. Stell Dir vor, wir Jäger würden dem Reh die Nase zuhalten bis es tot ist, oder es ins Wasser werfen: das ist das verkehrte Element für das Wildtier. Ebenso ist es für den Fisch nicht gut, an der Luft zu liegen. Und die Windräder? Unter den Windrädern findet man jede Menge erschlagener Tiere, das ist i.O., daran wird nicht gezweifelt – wir brauchen ja „saubere Energie“. Das tote Wild auf Autobahnen und Schnellstraßen – das ist i.O., das gehört nun mal dazu, aber den Jäger, den sieht man und den kann man sich greifen.“

Am Wichtigsten ist: Immer höflich bleiben, nicht aufregen, nur einige Sätze hiervon sich wirklich einprägen, sonst steht man da, wie der Ochse vorm Scheunentor, wenn man mal wieder so „angemacht“ wird. Nochmals: Man muss sich unbedingt vorher zurechtlegen, was man antworten will, denn wenn man das nicht tut, dann kochen die Emotionen über und es wird gestritten. Wir haben es nicht nötig, uns als Jagdaufseher dafür angucken zu lassen, dass es jemand geschafft hat, uns so aus der Reserve zu locken, dass man „herumkeift“. Man darf sich nicht provozieren lassen Als ich mein Revier übernommen habe, sagten mir die Leute: Gott sei Dank, jetzt ist der weg, der alles verboten und alle drangsaliert hat. Der Beauftragte im Revier des Vorpächters war richtig verhasst. Und warum war das so? Weil er grenzenlos dumm war. Das haben wir nicht nötig, wir können uns schulen, am Kommunikationsseminar teilnehmen, und uns unsere guten Argumente immer wieder vorbeten. Dann klappt‘s auch mit den Jagdgegnern – die das oftmals nur aus Unwissenheit sind!